Love & Friendship: Trailer #1

Amazon Studios hat bereits vor einiger Zeit den Trailer zu einer Jane Austen-Verfilmung veröffentlicht, die ich erst jetzt bemerkt habe. „Love & Friendship“ heißt der Film, den der US-Regisseur Whit Stillman inszenierte und der auf dem Sundance Film Festival 2016 erstmals gezeigt wurde.

In den Hautrollen sind Kate Beckinsale, Xavier Samuel und Chloë Sevingny zu sehen, in weiteren Rollen tauchen Jemma, Redgrave, Stephen Fry und James Fleet auf. Der Autor schrieb ebenfalls das Drehbuch. Gedreht wurde nicht auf den üblich verdächtigen Herrenhäusern Englands, sondern in Irland. Mehr Informationen bietet die offizielle Filmseite.

susanSelbst Austen-Liebhabern wird der posthum veröffentlichte Briefroman aus dem Frühwerk Austens wenig sagen. Auch wenn die typischen Motive – Liebe, Ehe, Heirat – deutlich zu erkennen sind: im Kanon der Schriftstellerin spielt „Lady Susan“ eine eher untergeordnete Rolle, ein übersehenes Werk.

Ich muss gestehen, mir war der Briefroman gänzlich unbekannt oder besser gesagt: nicht präsent.

Um was geht es? Die Internetseite des Insel Verlags, in der eine der zwei auf deutsch erhältlichen Übersetzungen erscheint (die andere gibt der Manesse Verlag heraus), gibt Auskunft:

Lady Susan, die Mutter einer im heiratsfähigen Alter befindlichen Tochter quartiert sich im Haus ihres Bruders ein und stiftet dort erhebliche Unruhe, als sie ihres Amüsements wegen dem Bruder ihrer Schwägerin den Kopf verdreht.

Wie die Filmkritik auf Kino-Zeit.de ausführlich beschreibt, hat man es mit einer ungewöhnlichen Austen-Hauptfigur zu tun. Lady Susan Vernon ist weder dezent noch schüchtern, sondern „manipulativ und egozentrisch, eine wenig liebevolle Mutter“. Zudem flirtet sie mit Männern und zeigt im Haus des Brudes ihre wohl hervorstechendste Eigenschaft: Garstigkeit – im Film, so zeigt es der Trailer und schreibt es die New York Times in ihrer Kritik, mit „Verve und Präzison“ von Kate Beckinsale verkörpert. Eine Übersicht der bislang erschienen Rezensionen findet sich auf metacritic.

Auf der Seite des British Film Institute ist ein sechsminütiges Hintergrundvideo zu sehen.

Für den bekannten britischen Filmkritikers Mark Kermode zählt die Adaption zu seinen Favoriten in diesem Jahr:

In den USA ist der Film Mitte Mai angelaufen. Die Romanfassung der Verfilmung, erzählt die Geschichte aus der Sicht des Neffen Lady Susans. Sie ist ebenfalls im Mai bei Little, Brown erschienen.

Auf der Verlagsseite steht ein Auszug zum Anlesen bereit. Ein lesenswertes Interview mit Regisseur Whit Stillman ist in der New York Times kürzlich erschienen. Dort gibt er zu seiner Verfilmung und Jane Austen allgemein Auskunft. Ebenfalls erklärt er, warum er statt des Originaltitels, den Titel ein anderen Austen-Erzählung wählte.

Ein deutscher Filmstart steht derzeit noch nicht fest.

 

 

 

 

 

 

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