Lieblingstrailer: Alles, was wir geben mussten/Never let me go

Aus der Reihe „Lieblingstrailer“ diesmal ein noch relativ junger Film: „Alles, was wir geben mussten“:

Worum geht es in dem Film? Dazu gibt die Verlagsseite Auskunft, in der die deutsche Fassung von Kazuo Ishiguros Roman „Never let me go“ erschienen ist:

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.

Das ist natürlich nur die eine, oberflächliche Seite, die das grandiose, für den Booker Prize nominierte Buch berührt. Die drei oben genannten Kinder sind Klone, die als Ersatzteillager für Menschen gehalten werden. Ihre einzige Hoffnung: innige Liebe zueinander würde als Beweis ihrer Seele den bevorstehenden Tod herauszögern.

Alles was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro
Foto: Random House/Heyne Verlag

Nun entwirft der Stilist Ishiguro natürlich keinen plumpen Science Fiction-Roman, in der die Geschöpfe den Aufstand gegen ihr Schöpfer proben. In der lesenswerten Rezension der FAZ geht es dem Autor des gefeierten und meisterhaft verfilmten „Was vom Tage übrig blieb“ nicht um grelle Effekte, sondern um seinen Blick von außen, „der von tiefstem Mitleid erfüllt“ sei.

So ist denn auch das Buch, das sich sacht den existentiellen Themen seiner Charakter widmet und leise ihre Fragen nach dem (Mensch-)Sein auffächert. Fast liegt „ein Klang der Stille“ über der Erzählung, wie es Die Zeit ausgemacht haben will – eben genau jene betörende Wirkung, die es von den Genre-Titeln abhebt.

Der Roman ist aktuell im Heyne Verlag als Taschenbuch- und E-Book-Ausgabe erhältlich.

Erstickende Atmosphäre eines zeitlosen Britanniens

Die Verfilmung fängt viele Seiten des Romans auf, schafft es, wie Spiegel Online feststellte, die kontemplative Atmosphäre der Vorlage einzufangen und sich behutsamen den Problemen seiner Protagonisten zu nähern. Regisseur Mark Romanek gelang es wie mit seinem Film „One Hour Photo“,  nach dem Drehbuch Alex Garlands die subtilen Elemente herauszuarbeiten, fand die Süddeutsche Zeitung: „Auch diesmal fügen sich seine Protagonisten perfekt in die gedämpfte, ja erstickende Atmosphäre des Films.“

Wahrscheinlich finde ich deshalb zu einem die Vorschau so gut, weil sie einiges, aber nicht zuviel von dem Film aufzeigt. Zum anderen ist es der ab der zweiten Hälfte zu hörende Score von Peter Vronsky aus der John Irving-Verfilmung „The door in the floor“, den man in volle Länge auch bei YouTube finden kann.

 

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