Hörprobe: „Wiener Straße“ von Sven Regener

Am 7. September ist es soweit: „Wiener Straße“ von Sven Regener erscheint. Damit reicht der „Element of Crime“-Sänger einen weiteren Roman aus der Welt Frank Lehmanns nach. Der spielt im Gegensatz zu „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“ oder „Der kleine Bruder“ diesmal aber nur eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt stehen Karl Schmidt, H.R. Ledigt, Erwin Kächele – und natürlich das West-Berlin, genauer: Kreuzberg, in den frühen 1980er Jahren. 

Ich habe die ersten Kapitel bereits gelesen und bin schwer begeistert. Sven Regener hat zurück zur Form gefunden und knüpft stilistisch (und stilsicher), erzählerisch und humorvoll dort an, was er mit „Herr Lehmann“ so eindrucksvoll begann.

Zur Einstimmung auf das Erscheinen der „Wiener Straße“ möchte ich deshalb eine Hörprobe, oder ein Hörvideo? – wie nennt man das, wenn jemand auf YouTube etwas vorliest und man ihm dabei zusieht -, ans Herz legen: Sven Regener liest aus seinem neuen Buch das Kapital „André Prohaska“:

Hier noch eine kurze Inhaltsangabe, entnommen von der Verlagsseite:

Wiener Straße beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen. Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstausstellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen.
Außer einen!

Kreuzberg, Anfang der 80er Jahre – das war ein kreativer Urknall, eine surreale Welt aus Künstlern, Hausbesetzern, Freaks, Punks und Alles-frisch-Berlinern. Jeder reibt sich an jedem. Jeder kann ein Held sein. Alles kann das nächste große Ding werden. Kunst ist das Gebot der Stunde und Kunst kann alles sein. Ein Schmelztiegel der selbsterklärten Widerspenstigen, die es auch gerne mal gemütlich haben, ein deutsches Kakanien in Feindesland.

Wer könnte böser und zugleich lustiger und liebevoller darüber schreiben als Herr-Lehmann-Erfinder Sven Regener?

„Wiener Straße“ erscheint im feinen Galiani Verlag als Hardcover und als E-Book (zur Leseprobe geht es hier). Das zeitgleich erscheinende Hörbuch, das Regener selbst vorträgt, ist bei Roof Music erschienen.

Interessant: Warum nutzen beide Seiten konsequent das „ß“ im Titel, während das Buchcover selbst das Doppel-S verwendet? Kerle, Kerle…

Das Buch ist auf der Longlist des Deutschen Buchpreises – und ich hoffe sehr, dass es ebenfalls den Sprung auf die Shortlist schafft.

9783869711362
Foto: Galiani Verlag

 

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